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26.11.2008

Da alle Aussagen über den Verlauf der Entwicklung des Konflikts Gastronomiebetrieb Cafe46/ Medienzentrum rechtlich gegen uns verwendet werden könnten, haben wir diese Infos offline gestellt.

Das Cafe 46 wurde aus vertraglichen Gründen mit dem Verein zur Förderung zur Film und Medienkultur Ende 2008 geschlossen. Dies bedeutet nicht das Ende für unser Konzept nach fast 10 Jahren Cafe 46. Wir betreuen aktuell gastronomisch die Veranstaltungen des Waldau Theaters.

Auch unsere Open Stage wird dort im Theater im Keller monatlich aufgeführt.

 

 

WESER KURIER v. 21.01.08

"Das Kino gehört in unsere Mitte"

WALLE. Möglicherweise wird jetzt alles ganz schnell gehen: Nur noch bis zum Sommer steht die Finanzierung des Kino 46, danach muss es vielleicht Konkurs anmelden und seine Tore schließen. Mit anspruchsvollem Kino an der Waller Heerstraße wäre es dann erst einmal vorbei. Wir haben uns bei Kulturschaffenden im Bremer Westen umgehört, was ihnen das Kino 46 bedeutet."Der Stadtteil wird an Anziehungskraft verlieren, wenn ein solch einmaliges Angebot eingestellt wird", sagt André Sassenroth von der Galerie des Westens. Er persönlich schätze vor allem das Angebot an experimentellen Filmen und die zentrale Lage im Stadtteil. "Es kann doch nicht sein, dass auch hier wieder wegen nicht ausreichender Wirtschaftlichkeit gekürzt wird." Noch einmal das Problem: Im Haushaltsplan 2008 der Kulturbehörde wird das Kommunalkino nicht mehr berücksichtigt. Wie der Trägerverein mitteilte, gebe es zwar noch finanzielle Hilfen für die ersten beiden Quartale, doch würden diese deutlich geringer als bisher ausfallen. Eine Arbeit im gewohnten Rahmen sei so nicht mehr möglich. Betroffen von den Kürzungen ist nicht nur das Kino, sondern das gesamte Medienzentrum an der Waller Heerstraße. Eine Möglichkeit zum Erhalt des cineastischen Ausnahmeprojektes wäre der Umzug des Kinos, um Miete zu sparen. Das wird schwierig, denn der Mietvertrag läuft noch bis 2011. "Wenn das Kino 46 geht, ist das natürlich ein Verlust für den ganzen Stadtteil", sagt auch Cecilie Eckler- von Gleich vom Kulturzentrum Brodelpott. "Das Medienzentrum ist natürlich als bremische Einrichtung gedacht, und nicht spezifisch für einen Stadtteil, auch wenn sich in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit entwickelt hat." Solange das Kino erhalten bleibt, hätte sie auch Verständnis für einen Umzug, denn schließlich seien die Macher von Anfang an nicht ganz zufrieden mit dem Standort gewesen. "Dann muss es die Einrichtung aber langfristig abgesichert und auf jeden Fall erhalten werden." Der Standort an der Waller Heerstraße war vor Jahren gewählt worden, um den Stadtteil aufzuwerten, auch wenn der Weg ins Kino manchen Filmfreunden zu weit war und sie das Kino 46 wohl lieber in Viertel oder Innenstadt gesehen hätten."Der Stadtteil kann das Kino genau da brauchen, wo es ist", sagt Astrid Müller von der Speicherbühne. "Wenn man nicht möchte, dass die Waller Heerstraße verslumt, dann kann man da nicht einfach ein Kino raus nehmen!" Sie sei vom inhaltlichen Konzept des Kinos bisher überzeugt gewesen, auch wenn man es mehr mit den Bewohnern des Stadtteil verzahnen könnte. "Das Kino gehört in unsere Mitte. Man könnte zum Beispiel den Hof viel kreativer nutzen und zum Beispiel draußen Filme zeigen. Warum nicht die Wand bei Plus?" Dass sich das Kino 46 zu einem kreativen Zentrum in Walle entwickelt hat, findet auch die Künstlerin Delia Nordhaus. Die Galerie im Foyer des Kinos ist ein attraktiver Ausstellungsort für Künstler geworden und die Zusammenarbeit des Kinos mit anderen Institutionen sei vorbildlich. "Es wäre ganz furchtbar, wenn das Kino 46 schließen müsste", so die Künstlerin Delia Nordhaus. "Das Angebot ist einzigartig in der ganzen Stadt und so kommen auch Menschen aus anderen Stadtteilen nach Walle."Laut Kulturbehörde sollen die kulturfachlichen Kerne des Medienzentrums erhalten und langfristig abgesichert werden. Bis die Finanzierung im Sommer ausläuft, soll ein tragfähiges Konzept auf dem Tisch liegen. Im Gespräch ist momentan eine räumliche Kooperation mit einem der Multiplex-Kinos. Doch richtig begeistert sind die Macher vom Kino 46 davon noch nicht: Zu groß die Gefahr, dass deren Programm in eine Nische mit ungünstigen Spielzeiten gequetscht werde. Darüber hinaus sind die modernen Kinos nur auf digitale Filme eingestellt, die analogen und häufig in die Jahre gekommenen Kopien des Kommunalkino könnten nur schwer gezeigt werden. Bundesweit gibt es bereits drei derartige Kooperationen, in Nürnberg ist das Kommunalkino aber schon wieder entnervt aus dem Multiplex ausgezogen.

 Weser Kurier v. 27.02.2008

"Von Walle an den Wall"

BREMEN. Die Zentralbibliothek soll nun endgültig zur neuen Heimat für das "Kino 46" werden. An den vergangenen Tagen zeichnete sich bei der Suche nach einer neuen Bleibe für das Kommunalkino diese Lösung ab, durch die am Wall ein neues Medienzentrum entstehen könnte. Wie berichtet, war zuletzt auch geprüft worden, ob das Kino von der Waller Heerstraße eventuell ins Neue Museum Weserburg ziehen könnte. Dem standen aber dem Vernehmen nach bauliche Probleme im Weg.Anlass für die Standortsuche sind bevorstehende Kürzungen bei der "kulturellen Medienarbeit". Dieser Posten wird von zuletzt 789 000 Euro auf 457 000 Euro in diesem Jahr und 283 000 im Haushaltsjahr 2009 runtergefahren. So soll durch den Umzug vor allem Miete gespart werden, das "Kino 46" soll aber durch die zentrale Lage am Wall auch näher an die potenziellen Besucher. Das Publikum, hieß es zuletzt, komme überwiegend aus dem Viertel und aus Schwachhausen.Im Neuen Museum Weserburg, das zunächst als Kino-Quartier ins Auge gefasst wurde, tauchten unüberbrückbare Hindernisse auf. Wie es heißt, sei der Saal, der als geeignet eingestuft wurde, für die Ausstellung unverzichtbar. Auch in der Zentralbibliothek sollen jetzt Baufachleute prüfen, wo die Aufführungen möglich sind. Einige halten den Wallsaal für denkbar, andere sehen in erster Linie den Innenhof als wünschenswerte Variante, in dem nach dem Einzug der Bibliothek zunächst ein gastronomischer Betrieb sein Glück versucht hatte.Von einem grundsätzlichen Konsens zwischen Kulturbehörde, Stadtbibliothek und "Kino 46" ist nun die Rede. Kultursenator und Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) jedenfalls ist von der "intelligenten" Lösung überzeugt. Das "Kino 46" würde sich seiner Ansicht nach sehr gut in die Nachbarschaft von Bücherei, Kunsthalle und Bremer Theater einfügen. In den nächsten sechs Wochen soll nun ein Konzept für den Umzug des Kommunalkinos erarbeitet werden. Dann soll auch die Terminfrage für den Ortswechsel geklärt sein. Offen ist derzeit noch, ob es bei einem reinen Umzug bleibt, wobei die Einrichtungen autonom bleiben. Oder ob es zu einer sogenannten Holding-Lösung kommt, bei der die Bibliothek als Dachgesellschaft für das Kino und weitere Einrichtungen fungieren könnte.

 



 
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